"Viele Menschen wundern sich, wenn ich die Auffassung vertrete, dass die Beachtung von Körpererfahrungen, sowohl ihrer eigenen als auch die anderer, wichtig für das Lösen von Alltagsproblemen sein kann, um Spannungen zu bewältigen, Beziehungen zu gestalten, Gefühle zu verstehen. Noch verwunderlicher mag die Behauptung erscheinen, dass Körpererfahrungen von Belang für noch tiefere Pobleme des Selbst sind, wie Identitätsverwirrung, emotionale Konflikte oder das Empfinden von Zersplitterung. Wir betrachten den "Körper" als etwas anderes als das "Selbst" und somit als irrelevant für das "Ich", das mit dem Problem ringt, ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen.
James I. Kepner, Körperprozesse
Körper und "Selbst" sind in Wahrheit aber nicht getrennt, sondern vielmehr untrennbar. Unser Selbst ist sowohl eine verkörperte als auch eine fühlende als auch eine denkende Größe.
Daher findet in unserer gestalttherapeutischen Arbeit immer auch das körperliche Erleben besondere Beachtung. Meist führt der Weg hier über das Gespräch zur Wahrnehmung von Körperprozessen und evtl. der Arbeit damit. Gestalt-Körper-Therapie ist also eigentlich nichts anderes als Gestalttherapie - sie legt einfach stärker den Fokus auf den Körper und das körperliche Erleben. Es zeigt sich immer wieder, dass es einigen Menschen - besonders oft denen, die so sehr im Denken zu Hause sind- leichter fällt, über Körperübungen und Körperarbeit Einstieg in die Gestaltarbeit zu finden und neue Lösungswege zu entdecken.